Der Altmeister Doyle Brunson persönlich bezeichnet NL als die einzig pure Form, die es noch gibt und als den Cadillac des Poker. Die Grundregeln sind schnell gelernt, jedoch gibt es viel zu lernen, wenn man vorhat dauerhaft Geld damit zu machen. In diesem Artikel lernen Sie die Eckpfeiler, die einen professionellen NL Spieler ausmachen.
NL steht für No Limit und ist die Pokervariante, bei der die Spieler so viel einsetzten können wie sie wollen, in vielen Fällen auch alles. Natürlich ist diese Variante sehr verlockend, wenn man die möglichen Gewinne betrachtet, jedoch vergessen viele, dass der Schuss auch nach hinten gehen kann und zu Verlusten übergehen können. Es gilt also sich zumindest ein fundamentiertes Wissen anzueignen, auf dem man sich dann immer wieder bilden kann.
Der erste Pfeiler stellt die Mathematik hinter dem Spiel dar. Es ist wichtig zumindest zu wissen, was Outs und Pot Odds sind und wie man sie schnell am Tisch anwenden kann. Poker ist keine Raketenwissenschaft, allerdings wird man um ein paar Rechnungen am Tisch nicht herumkommen. Man muss erreichen können , wie gut die Chancen stehen, dass man die beste Hand hält oder dass man seine Hand in einer der späteren Straßen noch verbessern kann. Zudem muss man dieses Wissen mit den Pot Odds vergleichen, die Aussage darüber treffen, ob ein Call gerechtfertigt ist (wenn man beispielsweise einem Draw nachjagt) oder ob man die Hand besser ablegt. Es gilt, Entscheidungen zu treffen, die einen positiven Erwartungswert haben.
Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler ist die Aggression. Aggression macht den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem professionellen Spieler aus. Dies bedeutet natürlich nicht, dass man wie ein Bekloppter jede Hand erhöhen sollte und am besten seinen gesamten Stack All-In pushen sollte, sondern dass man seine Aggression gezielt einsetzt. Wer nur einen Einsatz mitgeht, kann beispielsweise einen Pot nur gewinnen, wenn man die bessere Hand hält. Mit einem aggressiveren Stil hat man allerdings die neue Option und zwar, dass der Gegner seine Hand ablegt, auch wenn diese zum Zeitpunkt noch besser war.
Ein weiterer Pfeiler stellt die Anpassungsfähigkeit dar. Man muss in der Lage sein, den Spielstil der Gegner zu erkennen und dementsprechend agieren zu können. Dies ist einfacher gesagt als getan und benötigt viel Erfahrung. Außerdem ist es nicht immer einfach, die Spieler in bestimmte Kategorien zu stellen. Das eigene Spiel zu variieren und sich an die Gegebenheiten anzupassen ist ein Punkt, an dem auch viele fortgeschrittene Spieler ihre Probleme haben.
Der letzte und wichtigste Punkt ist das Handreading. Wenn man sich einmal im High-Stakes Bereich umsieht merkt man schnell, was die Profis vom mittelmäßigen Spieler unterscheidet: Die Profis sind in der Lage, einzelne Spieler auf eine bestimmte Hand setzen zu können. Auch dies ist nicht immer einfach, insbesondere wenn der Gegner sich an den vorherigen Eckpfeiler mit der Anpassungsfähigkeit hält. Daniel Negreanu ist ein Beispiel für einen Profi, der das Handreading meisterhaft in sein Spiel einfließen lässt. Einfach mal bei YouTube nachsehen, es lohnt sich!

